Die Fränkische Schweiz

 

Was ist das besondere an diesem Landstrich, was macht ihn aus, wie kann man ihn mit Worten so beschreiben, dass ein deutliches Bild entsteht?
Die Romantiker entdeckten ihn einst. Reiseschriftsteller des 19. Jahrhunderts gaben ihm ihren Namen. Und lockten mit ihren Beschreibungen und Schwärmereien vor allem die Urlauber an, die sich für das Wandern begeisterten.
Nähert man sich der Region von Westen, erscheint sie zunächst ganz unspektakulär. Von weitem erkennt man einige eher gedrungene Berge. Keine hohen und eindrucksvollen Gipfel. Ist ja auch nur ein Mittelgebirge, und dazu noch nicht mal ein sehr hohes.
Der besondere Reiz entfaltet sich erst, wenn man da ist. Und vor allem die Täler entlocken schwärmerische Gefühle. Weniger die Gipfel.
Die Täler der Wiesent, des Trubachs, der Pegnitz, der Aufseß und weiterer Flüsse und Bachläufe schaffen Ansehen. Scharfkantige Felsen aus Dolomit ziehen den Blick auf sich. Burgen und Burgruinen sitzen obenauf.
Wenn man behauptet, das Leutenbacher Tal gehöre zu den schönsten der Fränkischen Schweiz, wird man ganz sicher keine Gegenrede hören. Hier plätschert der Ehrenbach, der dem unumstrittenen Star unter den Bergen in Nordbayern seinen Namen gibt: Die Ehrenbürg, gerne auch das Walberla genannt.
Wenn das Walberla umrundet wird, zeigt es aus jeder Richtung seine schönste Seite. Es kann gar nicht anders. Schließlich kann man nicht ohne Grund zum Star werden. Da muss man schon etwas bieten. Ein etwas schrofferes, felsiges Gesicht wird Schlaifhausen und Wiesenthau entgegengestreckt, Kirchehrenbach und Leutenbach zeigt der Berg sein sanfteres, waldigeres Antlitz. Obenauf, neben der Walburgis – Kapelle, springen Gleitschirmflieger ab und sprenkeln den blauen Himmel mit farbenfrohen Schirmen. Dem Wanderer, der, wenn er nicht motorgetrieben den Parplatz knapp unterhalb des Gipfelplateaus angesteuert hat, durchgeschwitzt oben ankommt, bietet sich rundum eine grandiose Fernsicht. An guten Tagen rückt Bamberg ins Blickfeld. Forchheim scheint zum Greifen nah, auch Erlangen. Und Anfang Mai findet dort oben eines der schönsten Volksfeste der Welt statt. Das Walberlafest ist völlig zu Recht berühmt.
Das Walberla ist das Herz der Fränkischen Schweiz.
So wie Leutenbach, Kirchehrenbach, Wiesenthau und Schlaifhausen das Walberla flankieren, umrahmen Nürnberg, Erlangen, Bamberg und Bayreuth den Naturpark Fränkische Schweiz. Selbstverständlich muss man Bamberg gesehen haben, aber auch Nürnberg ist auf jeden Fall die kurze Reise Wert. Erlangen bietet ein modernes Shoppingerlebnis. Und Bayreuth ist halt eine Legende für Wagner – Fans.
Der Naturpark bietet eine vielfältige Erlebniswelt. Das Netz an ausgezeichnet markierten Wanderwegen sucht seinesgleichen. Und die Wanderwege vor der Haustüre führen in alle Himmelsrichtungen. Wichsenstein, Signalstein und das Trubachtal sind sehenswerte Nahziele. Auch eine Umrundung des Eherenbach-Tals ist ein von grandiosen Fernsichten geprägtes Erlebnis. Man steuert die Ruine Neideck, die Burg Rabenstein, Pottenstein, Gößweinstein, den Druidenhain und auf jeden Fall Tüchersfeld an. Wer nicht wandert, besichtigt die Höhlen. Hier seinen Binghöhle, Sophienhöhle und Teufelshöhle als hervorragende Schauhöhlen beispielhaft genannt.
Daneben findet man in zahlreichen Bädern beste Bedingungen für Erholung und Wellness. Das denkmalgeschützte Streitberger Bad sei genannt, aber auch das Felsenbad Pottenstein, das Egloffsteiner Bad und die Freizeitbäder in Forchheim und Ebermannstadt bieten alles was das Herz begehrt.
Und wer zwischendurch Stärkung für Leib und Seele benötigt, besucht einen der zahllosen Brauereigasthöfe in der Region. Die in kleinen Privatbrauereien hergestellten Biere Frankens sind weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Auch Leutenbach bietet solche Möglichkeiten zur Einkehr.
Und Leutenbach ist der Ausgangspunkt vieler meiner Wanderungen.

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