Um Muggendorf


(Rundwanderung, 14,9 km, 660m Auf- und Abstieg)

An der Straße von Muggendorf in Richtung Doos und Engelhardsberg findet man knapp oberhalb von Muggendorf einen Parkplatz für Wanderer. Hier starte ich diese außerordentliche Wanderung.

Der Weg führt zunächst in Serpentinen aufwärts in Richtung Oswaldhöhle. Die Oswaldhöhle ist an sich nicht spektakulär oder sonderlich sehenswert. Allerdings ist sie eine Durchgangshöhle. Und die findet man ja nun nicht hinter jeder Ecke. 
Um dem Wanderweg zu folgen, muss man hindurch. Sie ist etwa 65 Meter lang, 12 Meter breit und 6 Meter hoch. Aber nicht überall. Wer sich auf die Höhenangabe verlässt, wird sich ganz übel den Kopf anstoßen. An den niedrigen Stellen ist sie nämlich nur 1,5 Meter hoch. Man sollte also eine Lichtquelle mitnehmen.
Aber zuerst will ich gar nicht in die Höhle. Jedenfalls nicht in die. Ich erreiche nämlich auf der Höhe einen Querweg, der mit einem roten (Quer-) Strich markiert ist. Das ist der Frankenweg. Und dem folge ich nach links. Die Oswaldhöhle liegt rechts von mir. Ich durchwandere die aber erst auf dem Rückweg. 
Zunächst führt der Weg durch hoch gelegenes Waldgebiet. Es ist ruhig und sehr schön. Wer mir jetzt nachfolgen will und sich an den aufgezeichneten Track hält, verlässt den markierten Frankenweg, um etwas abzukürzen. IMG_1121Ich empfehle aber ausdrücklich, der Markierung zum ausgeschilderten Pavillion zu folgen. Hier bietet sich hoch über Muggendorf eine fantastische Aussicht. Und weiter gehend trifft man auch bald wieder den per GPS aufgezeichneten Weg. Und zwar auf der Straße nach Doos. Hier gibt es einen weiteren Parkplatz. Dahinter schlage ich mich wieder in den Wald, folge zuerst weiter dem markierten Frankenweg, den ich dann aber verlasse, um die Rosenmüllerhöhle (auch Rosenmüllershöhle genannt) zu besuchen. Der Weg dorthin ist eine Sackgasse, muss also auch wieder zurück begangen werden.
Besagte Rosenmüllerhöhle war bis 1960 eine Schauhöhle. Seitdem ist sie frei zugänglich, was dazu führte, dass alle Tropfsteine gestohlen wurden. So sind wir Menschen eben. Scheinen die Steine in unseren Vitrinen schmückender zu finden als vor Ort in der Höhle. Was soll man dazu sagen.
Ich besuche die Höhle trotzdem gerne und nehme den Umweg in Kauf. Eine Lichtquelle ist unbedingt erforderlich.
Zurück beim Frankenweg folgt der Weg in der Höhe einem bewaldeten Grat. Übrigens gibt es bei der Position N49°48.537 E11°15.329 einen Abzweig zu einem hervorragenden Aussichtsfelsen. Eine Sitzbank ist vorhanden. Unbedingt lohnenswert. Nicht verpassen.IMG_5460
Bald darauf verlasse ich den Frankenweg und laufe in der Folge durch offeneres Gelände bis Neudorf. Eine Empfehlung für den Herbst: Hier findet man „wilde“ Apfelbäume mit hervorragenden Früchten, die offenbar niemand braucht. Ab Neudorf geht es dann an Albertshof vorbei hinunter ins Aufseßtal. An dieser Stelle, also in Höhe von Albertshof, falle ich immer wieder auf meine topografische Karte herein, die mir einen durchgehenden Weg vorgaukelt, der dann im Nirgendwo plötzlich vor einem bestellten Acker endet. Diese Falle zwingt mich (auch beim dritten Versuch) dann dazu, mich pfadlos zu der kleinen Straße durch unwegsames Gelände zu kämpfen, auf der ich besser von Anfang an ins Tal gelaufen wäre. Aber wer möchte schon ohne Not auf Asphalt laufen. Meine Karte zeigt einen weiteren Weg links vom aufgezeichneten Track. Diesen versuche ich beim nächsten mal.
Das Aufseßtal ist ein weiteres Highlight dieser Wanderung. Ich erreiche es bei der Kuchenmühle, die eine Einkehr zur Mittagszeit möglich macht. Dieses Tal ist als eines der ganz wenigen Täler der Region bis heute frei von Straßen. Und somit nicht nur wunderschön, sondern (außer an Wochenenden) auch sehr ruhig. Dieser Wegabschnitt ist Teil des Main-Donau-Wegs. Ich folge ihm bis Doos und erreiche dort das leider nicht autofreie Wiesenttal. Vorbei am ehemaligen Freibad überquere ich die Wiesent und folge dem Weg nach rechts bis zu einer Holzbrücke, die mich wieder über den Fluss zur Straße bringt. Und hier ist die Riesenburg.

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IMG_1353IMG_2019IMG_5328Die Riesenburg ist eine Versturzhöhle, in der laut einer Webseite die Magie wohnt. Nun, die Magie erschließt sich mir nicht, aber ein außergewöhnlicher Ort ist sie schon. Und oben gibt es dann einen sehr schönen Aussichtspunkt.
Weiter geht es durch Engelhardsberg hindurch in Richtung des Hohen Kreuzes. Dort oben (ja, es geht tatsächlich schon wieder den Berg hinauf) hat man gleich neben dem weithin sichtbaren Sendemast einen Holzturm aufgestellt, der Aussicht ermöglichen soll. Er kommt diesem Ansinnen auch mehr oder weniger gut nach, überragt aber die Baumwipfel nicht wirklich, und so bleibt der freie Blick wenigen Himmelsrichtungen vorbehalten. Wer also schon genug Aussicht mitbekommen hat, erspart sich die Stufen.
Es ist jetzt nicht mehr weit bis zur Oswaldhöhle. Zahllose Wegweiser zeigen die Richtung, weil sie nur deswegen hier stehen dürfen und sonst eine gnadenlose Beseitigung zu fürchten hätten. Ich habe den Frankenweg vom Beginn der Tour wieder gefunden. Und der führt hindurch. Und so freue ich mich, den Höhleneingang zu finden.

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Hinter der Höhle gibt es übrigens weitere Aussichtspunkte. An der Abrisskante der Felsen stehen nämlich Bänke. Und von dort bietet sich ein grandioser Blick ins Wiesenttal. Hier ruhe ich eine Weile und nehme dann den kurzen Weg zurück zum Auto in Angriff. Was für eine schöne Wanderung.IMG_1125

Den Track zu dieser Tour laden Sie hier (rechte Maustaste…speichern unter (im Garmin-Format))

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